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Archiváře Divíška známe ovšem z té Čapkovy povídky o pádu Der Archivar Divíšek ist uns natürlich aus Čapeks Erzählung über den Untergang
Archiváře Divíška známe ovšem z té Čapkovy povídky o pádu Der Archivar Divíšek ist uns natürlich aus Čapeks Erzählung über den Untergang
- Anm.:
- (cs) 1-2: Der Schriftsteller Karel Čapek (1890‒1938) ist einer der wichtigsten tschechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er ist vor allem für seine Science-Fiction-Romane „Das Absolutum oder die Gottesfabrik“ („Továrna na absolutno“, 1922), „Krakatit“ (1922) und „Der Krieg mit den Molchen“ („Válka s mloky“, 1936) bekannt. Auf seinen Bruder geht auch der Begriff „Roboter“ zurück, den Čapek erstmals in seinem Theaterstück „R. U. R.“ (= Rossum’s Universal Robots, 1920) verwandte. Vgl. Alpers/Fuchs/Hahn 1982, 84‒86. ‒ Die Kurzgeschichte „Der Untergang des Geschlechtes Votický“ ist Teil der Sammlung „Geschichten aus der einen und der anderen Tasche“ (1929). Kurz gesagt geht es darum, dass der Archivar Divíšek den Polizeibeamten Dr. Mejzlík aufsucht, um von ihm Hilfe bei der Klärung eines historischen Falles aus dem Jahr 1465 zu bekommen, da er ein Buch über die Regierung König Georgs von Podiebrad verfasst. Divíšek misst dem Fall in dem Gespräch große historische Bedeutung zu und tatsächlich schaffen sie es gemeinsam den Fall zu rekonstruieren. Als allerdings das Buch erscheint und Dr. Mejzlík ein Exemplar geschenkt bekommt, ist die ganze Sache ohne Erklärung lediglich mit dem Hinweis, es sei eine interessante, wissenschaftlich noch nicht bearbeitete Frage, in einer bibliographischen Note auf S. 471 abgetan. Siehe Čapek 1962, 95‒104 (dt. Übersetzung).
- Anm.:
- (cs) Die Erzählung entstand 1928. Die sogenannte Erste Tschechoslowakische Republik bestand von 1918-1938.
- Anm.:
- (cs) Seit dem 1. Januar 1993 ist die Slowakei ein unabhäniger Staat.
- Anm.:
- (cs) 10-11: Karel Matěj Čapek-Chod (*1860, †1927) war ein tschechischer Schriftsteller und Journalist. Er hat zahlreiche Romane und Erzählungen über Menschen aus dem Prager Milieu verfasst. Sein eigentlicher Name war nur Matěj Čapek. Auf Anraten eines Freundes, der meinte, Matěj sei nicht literarisch genug, veröffentlichte er zunächst unter dem Namen Karel Matěj Čapek und änderte 1917 seinen Nachnamen zu Čapek-Chod, um sich von den Brüdern Josef und Karel Čapek zu unterscheiden. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Karel_Matěj_Čapek-Chod [letzter Zugriff 18. August 2026].
- Anm.:
- (cs) 13-14: Joseph Conrad, der in der Ukraine geborene Sohn polnischer Eltern, ist vor allem für seine Seeromane bekannt. Sein voller Name lautet eigentlich Jósef Konrad Nalecz Korzeniowski. Gemeinsam mit Ford Medox Hueffer schrieb er „The Inheritors: An Extravagant Story“ (1901), eine in der Zukunft angesiedelte politische Satire. Eine postume Ehrung erfuhr der Autor dadurch, dass in dem Sci-Fi-Film „Alien“ das Raumschiff „Nostromo“ nach einem Romantitel von ihm benannt wurde. Vgl. Alpers/Fuchs/Hahn 1982, 106.
- Anm.:
- (cs) Graham Greene (*1904, †1991) war ein bekannter englischer Autor, Dramatiker und Literaturkritiker. Er konvertierte 1926 zum Katholizismus. Außerdem war er kurze Zeit Mitglied der kommunistischen Partei.
- Anm.:
- (cs) 38-39: Dies zielt als Kritik auf einen Satz von Milan Kundera, der geschrieben hat, dass im Jahr 1948 die bessere Hälfte der Nation auf Seiten der Revolution gestanden habe. Vgl. Kundera 1992, 15ff. Siehe auch Sacheinführung II.4.
- Anm.:
- (cs) Bei Čapek heißt der Polizeibeamte Dr. Mejzlík. Křesadlo hat die Geschichte offensichtlich aus dem Gedächtnis zitiert, wobei ihm diese kleine Verschreibung unterlief, es sei denn, dass man von einer bewussten Distinktion ausgeht. Letzteres könnte insofern passen, da Křesadlo sich hier gleich im Anschluss an seine "Kritiker" wegen des Vorwurfs mangelnder Originalität wendet.
- Anm.:
- (cs) Pinkava emigrierte 1968 nach England. Zu Pinkavas Engagement in SPOMAKO (Spojené malostranské kostely = Vereinte Kirchen der [Prager] Kleinseite), einer damals halb im Untergrund arbeitenden Vereinigung der musikalischen Chöre Prags vgl. Částková 2004, 28-31.
- Anm.:
- (cs) Pinkava war seit 1982 im Ruhestand.
- Anm.:
- (cs) „Ikarie“ war eine von 1990 bis 2010 erscheinende tschechische Sci-Fi-Zeitschrift. Sie erhielt ihren Namen in Anspielung auf den ersten tschechischen Science-Fiction-Film mit dem Titel „Ikarie XB-1“ (1963). Zur Zeitschrift siehe https://cs.wikipedia.org/wiki/Ikarie [letzter Zugriff 18. August 2026]; zum Film siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ikarie_XB_1 [letzter Zugriff 18. August 2026]. Zu Digitalisaten älterer Jahrgänge der Zeitschrift siehe https://ndk.cz/periodical/uuid:5f77b740-6af1-11e2-9a2f-005056827e51 (Einsehbar sind nur die Ausgaben von 1990). Die Erwähnung der Zeitschrift an dieser Stelle würdigt Adamovič 1996, der eine Rezension zur Astronautilia in "Ikarie" veröffentlichte.
- Anm.:
- (cs) Gemeint ist der franzöische Schriftsteller und Karikaturist Albert Robida (*1848, †1926). Von ihm stammen die Sci-Fi-Romane „Le Vingtième Siècle“ (1883) und „Le Vingtième Siècle: La vie électrique“ (1890). Hinzu kommen noch zwei Schriften mit identischem Titel „La guerre au vingtième siècle“ (1883 und 1887). Darin sieht er mit verblüffender Genauigkeit technische Neuerungen und ihre Folgen für die Gesellschaft voraus. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Robida [letzter Zugriff 18. August 2026].
- Anm.:
- (cs) 110-113: Das „téléphonoscope“ beschreibt Robida in dem Roman „Le vingtième siècle“ (1883), S. 53-57. Für eine Abbildung siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Robida#/media/Datei:Robida_telephonoscope.jpg [letzter Zugriff 18. August 2026]. ‒ In der Zeitschrift "Zlatá Praha" findet sich eine Abbildung des "Télephonoscope" in Jahrgang 10, Nr. 31, S. 370 (Digitalisat: https://www.digitalniknihovna.cz/vkol/view/uuid:399c4ae5-7bb1-11e5-b0b2-90b11c419e63?page=uuid:39eb2e3e-7bb1-11e5-b0b2-90b11c419e63).
- Anm.:
- (cs) 185-186: Stanisław Lem (1921‒2006), polnischer Philosoph und Science-Fiction-Autor. Gemeint ist die Erzählung „Invasion vom Aldebaran“ („Inwazja z Aldebarana“, 1959). In dieser Erzählung geht es um die beiden Aldebaraner NGTRX und PWGDRK, die die Erde erobern wollen. Sie landen bei Nacht an einer entlegenen Stelle. Als Unterstützung stehen ihnen ihre biologischen Geräte, der Teremtak, der Aldolicho (ein Art Waffe) und der "peripathetische Telepathikus" (ein Universalübersetzer), zur Verfügung. Mithilfe von Anzügen, die sie aus Schlamm hergestellt haben, nehmen sie menschliche Züge an und gelangen über eine Straße an den Rand eines Dorfes. Als sie in Kontakt zu einem offensichtlich betrunkenen Mann treten wollen, können sie den Sinn seiner lallenden Worte nicht erfassen. Der Mann erschlägt sie mit dem Ortsschild und ihre Reste werden schnell von den Dorfbewohnern beseitigt oder im Dorf anderweitig verwertet. So kann der Reporter in seinem Artikel zu dem Ereignis auch mit keinem Wort die gescheiterte Invasion der Aldebaraner mehr erwähnen. ‒ Das Vorbild für Křesadlos Übersetzer, der "peripathethische Telepathikus", wird wie folgt von Lem beschrieben: „Der peripathetische Telepathikus, Pe-Te genannt, ist ein Gerät, das zur Verständigung mit den vernunftbegabten Wesen anderer Planeten dient, das aber auch imstande ist, dank des hyperspatialen Anschlusses an den Univermantischen Supracereber, auf dem Aldebaran sämtliche Aufschriften in einhundertsechsundneunzigtausend galaktische Dialekte und Jargons zu übersetzen. Dieser Apparat unterscheidet sich, ebenso wie die anderen, insofern von den irdischen, als die Aldebaraner ‒ das wird vom Jahre 2685 an bekannt sein ‒ ihre Maschinen und Geräte nicht produzieren, sondern aus Samenkörnern oder Eiern ziehen, die entsprechend genetisch gesteuert werden. Der peripathetische Telepathikus erinnert durch sein Äußeres, aber nicht nur durch sein Äußeres, an einen Skunk, denn er ist innen ganz mit fleischigen Zellen der Semantischen Erinnerung ausgefüllt und außerdem mit dem Trieb eines Alveolaren Translators sowie einer massiven Mnemonisch-Mnestischen Drüse ausgestattet. Darüber hinaus hat er vorn und hinten jeweils eine Eigentliche Luke (EL) seines Interglobokoms, das heißt des Interplanetaren Glossolalisch-Kohärent-Kontemplativen Kommunikators.“ (aus Lem 1982, 47).
- Anm.:
- (cs) 210-212: Křesadlo spielt auf das durch Star Trek bekanntgewordene Beamen an. Gene Roddenberry, der Erfinder der Serie, hatte es seinerzeit eingeführt, um die Produktionskosten zu senken. Doch schon vor Star Trek gab es in Sci-Fi-Erzählungen Teleportation. Vgl. Schönhoff 2003, 63f. und 72 Anm. 1. Zur Rezeption von Star Trek in der Astronautilia siehe auch Sacheinführung I. und II.3.
- Anm.:
- (cs) Amerikanischer Science-Fiction-Literaturpreis. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Nebula_Award [letzter Zugriff 18. August 2026].
- Anm.:
- (cs) Sir Arthur C(harles) Clarke (1917‒2008) war ein britischer Science-Fiction-Autor. Er ist vor allem durch den auf seiner Kurzgeschichte „The Sentinel“ (1951) gründenden Film “2001 – A Space Odyssey” (1968) von Stanley Kubrick bekannt. Vgl. Alpers/Fuchs/Hahn 1982, 96-100. ‒ Mit "Garu Konisi" mag Gaku Konishi (1934‒2018) gemeint sein, ein japanischer Physiker und Esperantist. Er hat zwei Science-Fiction-Geschichten auf Esperanto geschrieben: "La kosmoŝipo Edeno nr. 5" (1971) und "Vage tra la dimensioj" (1976). Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Gaku_Konishi [letzter Zugriff 18. August 2026].
- Anm.:
- (cs) Josef Nesvadba (1926‒2005) war ein berühmter tschechischer Science-Fiction-Autor. Von Beruf war er Psychiater und als solcher ein Pionier der Gruppen-Psychotherapie in der Tschechoslowakei. Er engagierte sich auch im „Prager Frühling“, weshalb er zeitweilig emigrierte. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Nesvadba [letzter Zugriff 18. August 2026]. Zu Nesvadba in der Astronautilia siehe auch Sacheinführung II.4.
- Anm.:
- (cs) Vielleicht in Anlehnung an den tschechischen Komponisten Jan Novák (1921‒1984), der ein glühender Anhänger des lebendigen Latein gewesen ist. Křesadlo kannte Novák durch die Zusammenarbeit an einem Gedichtband von Libor Koval. Siehe Sacheinführung II.5.
- Anm.:
- (cs) In der Tat galt es unter den Humanisten als Ausweis ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse, das Altgriechische mündlich und schriftlich in Prosa wie in Versen zu verwenden. Paulsen schreibt dazu etwa in seiner "Geschichte des gelehrten Unterrichts": Der griechische Unterricht „gestaltete sich […] wesentlich so, als ob es das Ziel gewesen wäre, griechisch reden oder schreiben zu lehren. Und allerdings galt auch in der literarischen Welt diese Fertigkeit als der eigentliche Maßstab der Kenntnis des Griechischen, wie denn auch der gesunde Menschenverstand jederzeit die Fertigkeit im Reden als die entscheidende Probe der Kenntnis einer Sprache ansehen wird. Eine gewisse Leichtigkeit des Gebrauchs war auch unter den späteren Humanisten nicht selten.“ Siehe Paulsen 1919, 374. Einen Überblick über altgriechische Literatur (Dichtung) der Neuzeit in Europa bietet u.a. die Anthologie von Pontani/Weise 2022 (hier speziell zu den "böhmischen Ländern" Slavíková 2022).
- Anm.:
- (cs) 338-341: Die Odyssee-Übersetzung von Vladimír Šrámek (1893‒1969) erschien 1946 (siehe Homer 1946), diejenige Otmar Vaňornýs (1860‒1947) im Jahr 1956 (siehe Homer 1956).
- Anm.:
- (cs) 352-353: Die entsprechenden Verse bei Homer lauten: […] Θόωσα δέ μιν τέκε νύμφη, / Φόρκυνος θυγάτηρ, ἁλὸς ἀτρυγέτοιο μέδοντος, / ἐν σπέσσι γλαφυροῖσι Ποσειδάωνι μιγεῖσα. Voß übersetzt an dieser Stelle: „Ihn gebar die Nymphe Thoosa, / Phorkys’ Tochter, des Herrschers im wüsten Reiche der Wasser, / welche Poseidon einst in dämmernder Grotte bezwungen.“
- Anm.:
- (cs) Bei Voß steht eigentlich "bezwungen".
Einleitung
Überlieferung
Die Editionsgrundlage bilden eine Handschrift (M), ein Typoskript (T) und eine Printedition (E). Die vollständige Beschreibung der herangezogenen Quellen findet sich im Abschnitt Überlieferung sowie in der editorischen Einführung.
- Seitenabschnitte
- M: Irv; Iarv; IIr–XIVvT: IX–XVIIIE: VII–XVI
- Sprache & Versmaß
- Tschechisch: Prosa


Kommentar